Unser Verein

Die Kirmesburschen Treysa sind die Macher der Hutzelkirmes. Unser Verein wurde 1946 gegründet und richtet seitdem jedes Jahr im August die Kirmes in Treysa aus. Wir sind für dieses Volksfest allein verantwortlich. All das was nachher als Ergebnis für die Kirmesbesucher zu sehen ist, resultiert allein aus der Arbeit der Kirmesburschen. Dabei ist es vielleicht interessant zu wissen, dass die Hutzelkirmes in ihrem geschäftlichem Umfang, ihrem Umsatz und ihren Tätigkeiten einem kleinen Handwerksbetrieb in nichts nachsteht. Wir Burschen gestalten den Festplatz mit den vielen Schaustellern, entwerfen das Kirmesprogramm und engagieren Tanzkapellen, bauen mit der Unterstützung einiger ehrenamtlicher Helfer aus anderen Vereinen und Verbänden die für den Themenfestzug benötigten Motivwagen und unterhalten unser Vereinsheim in der Lehmenkaute.
Es ist daher insgesamt viel Arbeit, und wenn wir auch Hilfe von anderen Vereinen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen bekommen, sind wir doch immer ab Ende Mai an der Arbeit. Aber es lohnt sich, denn am zweiten Augustwochenende heißt es: "Die Lehmenkaute gehört uns!"
Von Uniformen halten wir eigentlich nicht viel, aber zur Kirmes tragen wir stolz unsere traditionelle Kluft: Schwarze Hose, weißes Hemd, der sommerlichen Jahreszeit angepasst. Als unverwechselbares Kennzeichen unserer Zugehörigkeit zur Burschenschaft dient die Rosette in den Vereinsfarben blau und weiß. Zum Eröffnungsumzug tragen wir einen mit blau-weißen Bändern geschmückten Zylinder (Ziemlich unbequem, das Teil, schmückt aber ungemein!)
Wir haben uns am Festgelände in der Lehmenkaute ein Vereinsheim mit einer großen Halle errichtet, wo wir Platz haben, die Festwagen für den Themenfestzug zu bauen. Dort sind natürlich auch ein Büro, von dem aus die Kirmes organisiert wird, und ein gemütlicher Vereinsraum untergebracht, der gelegentlich für Feiern benutzt wird.
Überhaupt wird bei uns natürlich nicht nur gearbeitet. Wir haben übers Jahr diverse Veranstaltungen: z.B. den Vatertagsausflug, die Vereinsfahrt oder auch die Weihnachtsfeier, um nur einige zu nennen. Mit den Festzugsteilnehmern, allen Helfern der Kirmes und den Anwohnern des Festplatzes feiern wir zudem am Wochenende nach der Kirmes eine Dankeschönfeier.
Unser Verein hat zurzeit 130 Mitglieder, davon nur noch 15 Aktive. Die übliche Regel, dass ein Mitglied mit seiner Heirat ausscheidet, gilt bei uns nicht. Ein Mitglied kann sich auf Antrag passiv stellen lassen, wenn es das 30. Lebensjahr vollendet und mindestens 10 Jahre ununterbrochen bei der Hutzelkirmes aktiv tätig gewesen ist. Ein passives Mitglied ist von den meisten Arbeiten befreit, kann aber gerne jederzeit mitarbeiten. So haben wir immer wieder passive Mitglieder im Vorstand. Daraus, dass uns passive Mitglieder bis ins hohe Alter die Treue halten, ergibt sich ihr hoher Anteil. Trotzdem suchen wir stets neue junge Mitglieder, die sich an der Hutzelkirmes und dem Vereinsleben beteiligen möchten.
Wer nicht die Zeit zur Mitarbeit erübrigen kann, sich dem Verein aber dennoch verbunden fühlt, kann gegen einen erhöhten Beitrag förderndes Mitglied werden. In diesem Status hat er keine Arbeiten zu leisten.
Warum gibt es eigentlich bei den Treeser Kirmesburschen die „Alten Herren“?
Eine Besonderheit in unserem Verein besteht darin, dass unsere Mitglieder nicht – wie in anderen Burschenschaften – mit der Eheschließung automatisch ausscheiden. Daher können bei uns auch grundsätzlich verheiratete Männer in den Verein aufgenommen werden.
In früheren Jahren wurde ein aktiver Kirmesbursch am Tage seiner Eheschließung in den Status eines passiven Kirmesburschen versetzt und war damit seiner Arbeitspflicht im Bereich der Kirmesburschenarbeit grundsätzlich entbunden. Er wurde fortan als vereinsförderndes Mitglied behandelt. Er konnte, aber musste nicht mehr mitarbeiten.
Diesen Status erreicht ein Vereinsneuling nach unserer derzeit gültigen Satzung – ob verheiratet oder unverheiratet - nur dann, wenn er mindestens 10 Jahre ununterbrochen aktiv im Verein mitgearbeitet hat und das Lebensalter von 30 Jahren erreicht hat.
Insofern hat unser Verein einen Bestand von 15 aktiven und 115 passiven Mitgliedern zu denen wir auch –seit seiner aktiven Mitgliedschaft– den ehemaligen Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, zählen dürfen.
Viele unserer passiven Mitglieder verabschieden sich aber zum Glück nicht mit dem neuen Status in den Ruhestand. Sie helfen dem Verein weiterhin bei der Bewältigung seiner Aufgaben. Man trifft fast alle bei der Stadtkassierung anlässlich des Festzugs, die ohne ihren Einsatz nicht zu bewältigen wäre.
Nach dem Kassierereinsatz trifft man sich in gemütlicher Runde meistens unter dem Festzelt und erzählt die Geschichten aus den „schönen alten Zeiten“.
Aus der Zusammenarbeit bei den Kirmesburschen ergeben sich auch langjährige Freundschaften. Die ehemalige Arbeitsgruppe „Stadtausschmückung“ trifft sich heute unter dem Namen „Alte Säcke“ immer noch monatlich zu einem Stammtisch und entwickelt auch weiterhin gemeinsame Aktivitäten.